Wenn das Schicksal zuschlägt

Kontrastprogramm: Vom Berlin-Fashion-Week-Wahnsinn zur Berlin-Green-Week-Bierkultur. Der Berliner S-Bahn sei Dank, dass man ungewollt mit den Massen gen Messe Berlin, rein in das Chaos von Bier, Wurst, Käse und Bläsermusik geschoben wird. Rausgeschmissen am Westkreuz wird auch keine Alternative zur Weiterfahrt nach Wannsee gegeben, "Sie können ja Bus XY zum Zoo nehmen, dort umsteigen bis XY fahren, zum Bus XY und an der Heerstraße umsteigen in Bus XY und irgendwann morgen früh kommen Sie in Wannsee, oder so, an." Der Mann mit dem Fahrrad könne es ja oben an der Haltestelle stehen lassen. Oder damit nach Wannsee fahren. Spinnen die?

Allgemein betrachtet ist die Grüne Woche ein Bierfest – Käsetüten zum Mitnehmen, Bratwürste vom Schwein, Rind, Känguru oder Krokodil stehen zur Auswahl. Man quetscht sich mit Hunderten von Leuten durch die ersten vier Hallen, abwechselnd an bunten Weinflaschen und Riesenhaxen, bis zu der Halle wo das Ministerium für Klimaschutz - Naturschutz - etc. eine Podiumsdiskussion über die Nährwerte von Kräutern hält und ganze acht Leute interessiert zuhören. Weiter geht es bei den Bayern, Trachten, Bläser und natürlich Bier. In der Tierhalle gab es kein Bier! Dafür aber kleine niedliche Ferkel mit der Aufschrift "Neuland" – mit gutem Gewissen kann man diese später als Würstchen geniessen.

Erfreut hat mich die Polen-Halle – kurz bevor der Stand geschlossen wurde noch ein paar köstliche Pierogi und polnische Äpfel erworben. Da hat sich das Gewummel gelohnt, von dem Bienenmann habe ich auch etwas gelernt: In einem Bienenvolk werden immer nur zwei bis drei Bienenlarven zur Königin bestimmt, die erste, die schlüpft, ist automatisch die auserwählte und darf die anderen beiden erstechen. Grausam.

Mensch, sag was!